Die Qualitätsstufen des Weins

Mit bestimmten Begriffen der Önologie (= Weinlehre) können Nichtweinkenner vielmals nicht wirklich etwas anfangen. Auch die Bedeutung der Abkürzung Q.b.A oder der Qualitätsstufe Prädikatswein ist vielen Gelegenheitstrinkern nicht geläufig, beziehungsweise kann nicht klar definiert werden. Ebenfalls wissen viele nicht, was hinter dem Begriff Kabinett oder Auslese steht. Bei den ersten beiden handelt es sich um eine Qualitätsstufe, die in Deutschland gesetzlich festgelegt ist. Weine werden nach den Qualitätsstufen klassifiziert und diese muss auf dem Flaschenetikett des Weins stehen. Dabei unterscheidet man zwischen vier Hauptkategorien:

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Der Deutsche Wein besitzt den geringsten Qualitätsanspruch. Er muss lediglich von deutschen Rebanlagen stammen und aus anerkannten Rebsorten hergestellt werden. Der natürliche Mindestalkoholgehalt liegt hier bei 5% bis 6% vol. Der Gesamtalkoholgehalt des Weines liegt zwischen 8,5% vol. und 15% vol., er kann bei der Herstellung durch Zugabe von Zucker oder konzentriertem Most kontrolliert werden. Die Güteklasse des Deutschen Weins wird in Deutschland nur in sehr geringen Mengen produziert.

Deutscher Landwein weißt eine geografisch genauere Angabe auf und ist ein für seine Region typischer Wein. Dabei müssen mindestens 85% der Weintrauben aus der benannten Region stammen. In Deutschland gibt es 26 Landweingebiete, dazu zählt auch das Badische Landweingebiet. Der Landwein ist trocken oder halbtrocken ausgebaut und der natürliche Mindestalkoholgehalt liegt zwischen 5,5 und 6,5% vol. Auch hier kann der Gesamtalkoholgehalt durch Zugabe von Zucker beeinflusst werden.

Q.b.A bedeutet Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete und definiert somit Weine aus einem der 13 deutschen Weinbaugebiete. Die Qualitätsstandards bei Q.b.A sind höher angelegt als bei dem Deutschen Wein und dem Deutschen Landwein und werden durch eine behördliche Prüfung sichergestellt. Die Weintrauben des Qualitätsweines müssen zu 100% aus dem angegebenen Weinbaugebiet stammen und für jeden Wein sind, je nach Sorte und Weinbaugebiet, unterschiedliche Grenzwerte beim natürlichen Mindestalkoholgehalt definiert. Der Gesamtalkoholgehalt darf bei den Qualitätsweinen mit maximal 28 Gramm Zucker kontrolliert werden. Q.b.A macht in Deutschland den größten Anteil des produzierten Weines aus.

Der Prädikatswein ist die höchste Qualitätsstufe und für ihn gelten höchste Anforderungen. Je nach Prädikat und Rebsorte sind verschiedene Grenzwerte für den natürlichen Mindestalkoholgehalt vorgesehen. Der Gesamtalkoholgehalt darf bei Prädikatsweinen nicht durch Zuckerzugabe beeinflusst werden. Die Prädikate in aufsteigender Reihenfolge sind:

  • Kabinett: feine, leichte Weine aus reifen Trauben mit einem geringeren Alkoholgehalt
  • Spätlese: reife, elegante Weine mit feiner Frucht, die etwas später geerntet werden
  • Auslese: edle Weine aus sehr reifen Trauben, unreife Beeren werden ausgesondert
  • Beerenauslese: volle, fruchtige Weine aus überreifen, edelfaulen Beeren
  • Trockenbeerenauslese: aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren. Süßer und honigartiger Geschmack
  • Eiswein: Die Trauben werden in gefrorenem Zustand bei mindestens –7°C gelesen und gefroren aus Trauben gekeltert, bei denen das gleiche Mindestmostgewicht wie bei einer Beerenauslese erreicht wurde.
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