Auggen

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Das Weinparadies im Dreiländer-Eck

Kultur und Wein. Wer sich dieser Kombination nicht entziehen kann, wird auch der kleinen Gemeinde Auggen im südwestlichen Baden-Württemberg nicht widerstehen können. Der Heimatort der Markgräfler Weinprinzessin von 2011/2012 liegt im alemannischen Dreiländer-Eck, eingebettet in Weinberge und die Vorbergzone des Schwarzwaldes, nur fünf Kilometer von der französischen Grenze und 30 Kilometer von der Schweiz entfernt. Rund 2.700 Einwohner zählt das liebliche Weindorf und der anerkannte Erholungsort im Jahr 2016. Die südländische Fauna und Flora versprechen nicht nur, bei den Reisenden Urlaubsgefühle hervorzurufen, sie lässt auch die Weinreben prächtig gedeihen.

Der Auggener Wein und der Sekt, vor allem die des Winzerkellers Auggener Schäf (WG Auggen) sowie der Sektkellerei Reinecker, sind unter Weinkennern beliebt und geschätzt. Genauso die Produkte einer weit bekannten Obstkelterei, die seit mehr als neun Jahrzehnten qualitativ hochwertige Fruch- und Gemüsesäfte herstellt. Vor allem die Lagen "Schäf" und "Letten" genießen einen hohen Bekanntheitsgrad. Doch die Auggener Winzer garantieren nicht nur Qualitätswein, sie haben sich auch der Natur verpflichtet. Denn hier startete 1989 das landesweite Pilotprojekt "Umweltschonender Weinbau". Die Auggener Winzer bewirtschaften ihre Weinberge seither naturnah und verzichten unter anderem auf Insektizide. Die Tradition wird fortgeführt. So entsteht im Winzerkeller ein perlender Winzersekt nach einem altüberlieferten Champagnerverfahren - regelmäßig mit der Hand geschüttelt und nach alter Technik von der Hefe befreit. Auggener "Schäf" zählt zu den besten Gutedel-Weinen des Markgräflerlandes und hat bereits viele internationale Preise gewonnen.

Das erste Winzerfest enstand aus der Not heraus

Wer die Winzermentalität der Auggner hautnah erleben will, dem ist zu raten, das Winzerfest zu besuchen. 2015 feierte das Fest sein 60-jähriges Jubiläum. Als es 1949 zum ersten Mal gefeiert wurde, ging es aber nicht primär um den Wein - es ging um die Kirchenglocken.

Es war 1945, als die Idee entstand. Das Dritte Reich war zusammengebrochen. Entwicklung und Leben in Deutschland standen still - auch in Auggen. Erst vier Jahre später kehrten die Dorfbewohner langsam zur Normalität zurück. Da fiel den Bürgern auf, dass sie ein vertrautes Geräusch vermissten: das Glockengeläut ihrer Kirche. Doch wie sollten die neuen Glocken finanziert werden? Dem damaligen Pfarrer und dem Hebelvogt kam die Idee mit dem Fest. Zehn Tage lang feierten Gemeinde und Besucher das erste Winzerfest im ganzen Markgräflerland.

Weinort mit langer Geschichte

Auggen als Weinort blickt auf eine lange Geschichte zurück. Es ist nachgewiesen, dass der Weinbau in der Gemeinde bereits seit der Zeit von Karl dem Großen (*747 n. Chr.) betrieben wird. 752 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, damals trug er noch den Namen "Anghoma", im Jahre 1036 "Ougheim". Doch das ist nur das, was aus schriftlichen Überlieferungen bekannt ist. Archäologen haben auf dem Gebiet römische Kupfermünzen gefunden, die stark darauf hindeuten, dass der Ort bereits im ersten Jahrhundert nach Christus besiedelt war. Es gibt außerdem Funde wie Steinwerkzeug und -waffen, die belegen, dass zumindest zeitweilig auch Steinzeitmenschen die Gegend bewohnten.

Liebhaber des Mittelalters werden die Gemeinde jedoch aus einem anderen Grund kennen: Hier lebte und arbeitete in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts der berühmte Ritter und Minnesänger Johannes Brunwart von Augheim. Brunwart stammte aus dem Dorfadel und trug seine Liebeslieder an Fürstenhöfen vor. Noch heute erinnert die Auggener Grundschule Brunwart-von-Augheim-Schule an den berühmten Bewohner.

Erholung für die gesamte Familie

Doch nicht nur die lange Historie und der köstliche Wein locken jährlich viele Touristen an. Die idyllische Landschaft des Markgräflerlandes bietet dem Besucher einen hohen Erholungswert. 142 Betten in Hotels, Gasthöfen und Privatzimmern, sowie mehr als 23 Apartments beziehungsweise Ferienwohnungen stehen Reisenden zur Verfügung. Hier werden die Gäste kulinarisch mit Markgräfler Spezialitäten verwöhnt.

Naturliebhaber sollten außerdem ihre Wanderstöcke und -schuhe einpacken. Denn ein gut ausgebautes Wanderwegenetz lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein. Doch es locken nicht nur wunderschöne Natur und frische Luft. Ein 3,5 Kilometer langer Waldlehrpfad informiert die Wanderer über einheimische Baumarten, Pflanzen, Wildtiere und die Vogelwelt. Wer dagegen lieber mit dem Pferd statt zu Fuß unterwegs ist, kann sich auf erlebnisreiche Ausritte durch Wald und Flur freuen.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Stadt Auggen
Fruchtsaft
Winzerkeller Auggener Schäf

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